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Fachhochschulreife nachholen

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Die Fachhochschulreife - im Alltag oft Fachabitur genannt - öffnet die Tür zu einem Studium an Fachhochschulen und an vielen dualen Hochschulen. Sie ist in der Regel schneller zu erreichen als das allgemeine Abitur und gehört auf dem zweiten Bildungsweg zu den meistgewählten Wegen. Wer berufstätig ist oder eine Ausbildung mitbringt, hat hier oft schon einen Teil der Strecke hinter sich.

Lernen für das Abitur - Fachhochschulreife nachholen

Was die Fachhochschulreife eigentlich ist

Die Fachhochschulreife ist eine Studienberechtigung. Mit ihr dürfen Sie an einer Fachhochschule (heute meist Hochschule für angewandte Wissenschaften genannt) jeden Studiengang belegen. An Universitäten ist der Zugang dagegen die Ausnahme und nur in einzelnen Bundesländern für bestimmte Fächer möglich. Das ist der zentrale Unterschied zum allgemeinen Abitur, das ein freies Studium an allen Hochschularten erlaubt.

Verwirrung entsteht oft durch die Begriffe. "Fachabitur" ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff und meint mal die volle Fachhochschulreife, mal nur die schulische Vorstufe, die fachgebundene Variante. Genau hinsehen lohnt sich, denn die Berechtigungen unterscheiden sich. Eine ausführliche Begriffsklärung finden Sie unter Fachabitur nachholen.

Volle Fachhochschulreife und schulischer Teil

Die volle (allgemeine) Fachhochschulreife besteht aus zwei Bausteinen: einem schulischen und einem berufspraktischen Teil. Den schulischen Teil bekommen Sie zum Beispiel mit dem Versetzungszeugnis in die zwölfte Klasse eines Gymnasiums oder mit dem Abschluss der einjährigen Fachoberschule. Allein berechtigt dieser schulische Teil aber noch nicht zum Studium. Erst zusammen mit dem praktischen Teil entsteht die vollwertige Fachhochschulreife.

Schulischer und berufspraktischer Teil im Detail

Der praktische Teil lässt sich auf mehreren Wegen abdecken. Eine abgeschlossene Berufsausbildung zählt fast immer. Auch ein einschlägiges Praktikum von meist einem halben bis ganzen Jahr, ein freiwilliges soziales Jahr oder eine entsprechende Berufstätigkeit werden anerkannt. Wer also bereits eine Lehre gemacht hat, muss in vielen Fällen nur noch den schulischen Teil nachholen - das verkürzt die Sache spürbar.

Wichtig: Die genauen Regeln legt jedes Bundesland selbst fest. Was in Nordrhein-Westfalen als praktischer Teil anerkannt wird, kann in Bayern oder Baden-Württemberg anders bewertet sein. Bevor Sie eine Schule wählen, lohnt ein Blick in die Verordnung des jeweiligen Landes oder ein kurzes Gespräch mit dem Schulsekretariat.

Die Wege im Überblick

Je nach Ausgangslage - Vollzeit oder neben dem Beruf, mit oder ohne Ausbildung - kommen unterschiedliche Schulformen in Frage.

Fachoberschule (FOS)

Die FOS ist der klassische schulische Weg. Sie ist nach Fachrichtungen gegliedert, etwa Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit und Soziales oder Gestaltung. Wer einen mittleren Abschluss mitbringt, startet in der elften Klasse, in der schulischer Unterricht und ein gelenktes Praktikum kombiniert werden. Mit dem Abschluss der zwölften Klasse haben Sie die volle Fachhochschulreife in der Tasche. Bringen Sie bereits eine Ausbildung mit, ist häufig der direkte Einstieg in die zwölfte Klasse möglich.

Berufsoberschule (BOS)

Die BOS setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus und richtet sich an Menschen, die nach der Lehre weiterkommen wollen. Sie führt zur Fachhochschulreife und - bei Belegung einer zweiten Fremdsprache und Besuch der dreizehnten Klasse - sogar zum allgemeinen oder fachgebundenen Abitur. Damit ist die BOS interessant für alle, die sich die Option auf ein Uni-Studium offenhalten möchten.

Fernschule

Eine Fernschule bietet sich an, wenn Sie ortsunabhängig und im eigenen Tempo lernen wollen, etwa neben einem Vollzeitjob oder mit Familie. Sie erhalten Lernhefte und Online-Material, arbeiten den Stoff selbständig durch und werden online betreut. Die staatlich anerkannte Prüfung legen Sie am Ende ab. Seriöse Anbieter sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen und bieten ein vierwöchiges Probestudium. Achten Sie darauf, welcher Abschluss am Ende steht - manche Kurse führen zur Fachhochschulreife, andere zum vollen Abitur.

Telekolleg und Kolleg

Das Telekolleg ist vor allem in Bayern verbreitet und kombiniert Lehrsendungen im Fernsehen und online mit Präsenz-Kollegtagen und Prüfungen. Es führt zur Fachhochschulreife. Daneben gibt es das klassische Kolleg, das in Vollzeit zum Abitur führt und an dem man auf dem Weg dorthin ebenfalls die Fachhochschulreife erwerben kann. Wer abends lernen möchte, findet im Abendgymnasium eine berufsbegleitende Alternative.

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Voraussetzungen

Für den schulischen Weg über FOS oder BOS brauchen Sie in den meisten Fällen einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss oder gleichwertig). Für die BOS kommt die abgeschlossene Berufsausbildung hinzu. Ein bestimmtes Mindestalter wird beim schulischen Weg selten verlangt, beim Abendweg dagegen häufiger.

Fernschulen sind oft flexibler bei der Aufnahme. Manche nehmen auch Bewerber ohne mittleren Abschluss an, sofern eine Berufsausbildung oder mehrere Jahre Berufserfahrung vorliegen. Für das volle Abitur brauchen Sie dort eine zweite Fremdsprache - für die reine Fachhochschulreife ist das in vielen Ländern nicht zwingend, was den Weg etwas einfacher macht. Eine genaue Übersicht der Bedingungen finden Sie unter Voraussetzungen.

Dauer

Wie lange es dauert, hängt stark davon ab, was Sie schon mitbringen.

AusgangslageWegDauer (Richtwert)
Mittlerer Abschluss, keine AusbildungFOS, Klasse 11 und 122 Jahre
Mittlerer Abschluss plus BerufsausbildungFOS Klasse 12 oder BOS1 Jahr (Vollzeit)
Berufstätig, neben dem JobFernschule, Telekollegca. 1,5 bis 3 Jahre

Die Spanne beim Fernlernen ist groß, weil Sie das Tempo selbst bestimmen. Wer wöchentlich konsequent dranbleibt, ist schneller fertig als jemand, der nur sporadisch lernt. Mehr dazu unter Dauer.

Was kostet das?

Die staatlichen Wege - FOS, BOS, Kolleg - sind in der Regel schulgeldfrei. Es können kleinere Beträge für Bücher, Materialien oder Prüfungsgebühren anfallen, aber kein laufendes Schulgeld. Fernschulen sind privat finanziert und kosten je nach Anbieter und Kursdauer unterschiedlich viel; bei einem Lehrgang zur Fachhochschulreife bewegen sich die Gesamtkosten meist im niedrigen vierstelligen Bereich. Eine genaue Aufschlüsselung steht unter Kosten.

Ein häufiges Missverständnis: Ein vollwertiges, dauerhaft kostenloses "Online-Fachabitur" eines privaten Anbieters gibt es nicht. Kostenfrei sind die staatlichen Schulwege. Private Fernkurse haben ihren Preis - dafür bieten sie Flexibilität und Betreuung.

Förderung - was Ihnen den Weg leichter macht

Niemand muss die Kosten allein stemmen. Auf dem zweiten Bildungsweg ist das Schüler-BAföG oft elternunabhängig, gerade wenn Sie schon einige Jahre gearbeitet haben - das macht den Unterschied gegenüber dem ersten Bildungsweg aus. Wer berufsbegleitend lernt, kann unter Umständen das Aufstiegs-BAföG nutzen. Hat die Agentur für Arbeit ein Interesse an Ihrer Qualifizierung, ist ein Bildungsgutschein denkbar, der die Kursgebühren übernimmt. Daneben gibt es den Bildungskredit als zinsgünstige Ergänzung. Welche Förderung zu Ihrer Situation passt, klären Sie am besten früh - die Details stehen unter BAföG und Förderung.

Abgrenzung: Fachhochschulreife oder volles Abitur?

Die Entscheidung hängt davon ab, was Sie danach vorhaben. Die Fachhochschulreife reicht für ein Studium an Fachhochschulen und dualen Hochschulen vollständig aus - und das Angebot dort ist riesig, von Ingenieurwesen über Soziale Arbeit bis Betriebswirtschaft. Sie ist schneller erreichbar und verlangt seltener eine zweite Fremdsprache.

Das allgemeine Abitur brauchen Sie, wenn Sie an einer Universität studieren wollen, etwa für Medizin, Jura, Lehramt oder ein klassisches Diplom-Fach. Es dauert länger und ist anspruchsvoller, hält Ihnen aber alle Türen offen. Wer unsicher ist, fährt mit der Fachhochschulreife als ersten Schritt gut: Über die BOS oder ein anschließendes Studienjahr lässt sich später oft noch die Hochschulreife draufsatteln. Was mit der Fachhochschulreife konkret möglich ist, lesen Sie unter Studieren mit Fachabitur.

MerkmalFachhochschulreifeAllgemeines Abitur
Studium an Fachhochschulenja, alle Fächerja
Studium an Universitätennur in Ausnahmenja, alle Fächer
Zweite Fremdsprache nötigoft neinin der Regel ja
Dauer (zweiter Bildungsweg)1 bis 2 Jahreca. 3 Jahre

So gehen Sie konkret vor

Klären Sie zuerst Ihr Ziel: FH-Studium oder doch lieber Uni? Davon hängt ab, ob die Fachhochschulreife genügt oder ob Sie gleich auf das Abitur hinarbeiten sollten. Prüfen Sie dann, was Sie bereits mitbringen - mittlerer Abschluss, Ausbildung, Berufsjahre. Daraus ergibt sich, ob der schnelle einjährige Weg möglich ist oder zwei Jahre einzuplanen sind.

Anschließend entscheiden Sie über die Lernform. Vollzeit an einer FOS oder BOS bringt Struktur und einen festen Stundenplan; Fernschule oder Telekolleg passen besser, wenn der Job weiterlaufen muss. Schauen Sie bei der Schulwahl auf die staatliche Anerkennung beziehungsweise die ZFU-Zulassung bei Fernkursen. Und klären Sie die Förderung, bevor Sie sich anmelden - das erspart später böse Überraschungen. Weitere Anlaufstellen und Checklisten finden Sie unter Tipps und Links.

Häufige Fragen

Ist Fachhochschulreife dasselbe wie Fachabitur? Umgangssprachlich ja, genau genommen nicht immer. "Fachabitur" wird sowohl für die volle Fachhochschulreife als auch für die fachgebundene Hochschulreife verwendet. Achten Sie im Zeugnis auf die exakte Bezeichnung.

Kann ich die Fachhochschulreife ohne Schulbesuch machen? Reine Fachhochschulreife über eine Externenprüfung ist nur eingeschränkt möglich; die Externenprüfung zielt eher auf das volle Abitur. Für die Fachhochschulreife sind FOS, BOS, Fernschule oder Telekolleg die üblichen Wege.

Geht das in einem Jahr? Ja - aber nur, wenn Sie Vorleistungen mitbringen, etwa eine abgeschlossene Ausbildung für den Einstieg in die zwölfte FOS-Klasse oder die BOS. Von null auf in zwölf Monaten ist unrealistisch.

Fachhochschulreife nach Fachrichtung

An der Fachoberschule und Berufsoberschule wählen Sie eine Fachrichtung, die den fachpraktischen Teil und die Schwerpunktfächer prägt. Der Abschluss bleibt die Fachhochschulreife, der inhaltliche Fokus passt aber schon zu Ihrem späteren Studium:

Ortsunabhängig führt das Fernabitur in der Regel zur allgemeinen Fachhochschulreife ohne feste Fachrichtung. Verwandt: Englisch im Fachabitur und die Ausbildung mit Abitur.