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Studieren mit Fachabitur
Das Fachabitur öffnet die Tür zur Hochschule, ohne dass Sie das volle Abitur brauchen. Mit der Fachhochschulreife studieren Sie an jeder Fachhochschule, und in einigen Fällen auch an der Universität. Diese Seite zeigt, was wirklich geht, wo die Grenzen liegen und welche Wege beruflich Qualifizierten offenstehen.

Was viele unter "Fachabitur" verstehen
Im Alltag wird "Fachabitur" für zwei verschiedene Abschlüsse benutzt, und das sorgt regelmäßig für Verwirrung. Gemeint ist meist die Fachhochschulreife. Sie besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil und berechtigt zum Studium an Fachhochschulen. Davon zu unterscheiden ist die fachgebundene Hochschulreife, die in einem bestimmten Fachbereich sogar ein Universitätsstudium erlaubt. Und ganz oben steht die allgemeine Hochschulreife, also das klassische Abitur, das jedes Studienfach an jeder Hochschule öffnet.
Wer von "studieren mit Fachabitur" spricht, meint in fast allen Fällen die Fachhochschulreife. Mit ihr lässt sich an Hochschulen für angewandte Wissenschaften einschreiben, früher schlicht Fachhochschulen genannt. Wie Sie diesen Abschluss nachholen, ist Thema der Seite Fachhochschulreife nachholen.
An welchen Hochschulen Sie mit Fachhochschulreife studieren
Mit der Fachhochschulreife stehen Ihnen die Fachhochschulen offen, und das ist mehr, als der Name vermuten lässt. Diese Hochschulen sind praxisnah aufgestellt, kooperieren eng mit Unternehmen und decken ein breites Spektrum ab: Ingenieurwesen, Informatik, Wirtschaft, Soziale Arbeit, Pflege, Design, Medien. Die Bachelorabschlüsse sind denen der Universitäten gleichgestellt. Ein FH-Bachelor ist kein Abschluss zweiter Klasse.
Wichtig ist die räumliche Reichweite des Abschlusses. Eine in einem Bundesland erworbene Fachhochschulreife wird bundesweit anerkannt, Sie sind also nicht an Ihr Heimatland gebunden. Lediglich beim schulischen Teil kann es bei einem Wechsel zu Nachfragen kommen, wenn der berufsbezogene Teil noch fehlt.
Schulischer und praktischer Teil
Die volle Fachhochschulreife setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen. Der schulische Teil wird etwa an der Fachoberschule, am beruflichen Gymnasium oder über den zweiten Bildungsweg erreicht. Der praktische Teil besteht aus einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem ausreichend langen Praktikum, je nach Bundesland zwischen einem halben und einem Jahr. Erst beide Teile zusammen ergeben die volle Berechtigung zum Studium. Wer nur den schulischen Teil hat, bekommt zunächst ein Zeugnis über den schulischen Teil der Fachhochschulreife und kann sich noch nicht einschreiben.
Mit Fachabitur an die Universität - geht das?
Hier wird es differenzierter. Die allgemeine Fachhochschulreife berechtigt grundsätzlich nicht zum Studium an einer Universität. Wer unbedingt an eine Uni möchte, hat aber mehrere Möglichkeiten, und die hängen stark vom Bundesland ab.
Der direkteste Weg ist, das volle Abitur nachzuholen. Wer bereits die Fachhochschulreife besitzt, hat oft einen Teil der Strecke hinter sich und kann über ein Abendgymnasium oder Kolleg die allgemeine Hochschulreife ergänzen. In manchen Fällen genügt das Nachholen einer zweiten Fremdsprache, denn die ist für das allgemeine Abitur fast immer Pflicht, für die Fachhochschulreife dagegen nicht.
Eine zweite Variante ist die fachgebundene Hochschulreife. Sie erlaubt ein Universitätsstudium, allerdings beschränkt auf einen bestimmten Fachbereich, der zur vorherigen Ausbildung oder Schwerpunktsetzung passt. Wer etwa eine technische Richtung belegt hat, kann damit an der Uni ein technisches oder naturwissenschaftliches Fach studieren, nicht aber Jura oder Medizin.
| Abschluss | FH-Studium | Uni-Studium |
|---|---|---|
| Fachhochschulreife (Fachabitur) | alle Fächer | nein |
| fachgebundene Hochschulreife | alle Fächer | nur passender Fachbereich |
| allgemeine Hochschulreife (Abitur) | alle Fächer | alle Fächer |
Ohne Abitur studieren: beruflich Qualifizierte
Es gibt einen Weg ins Studium, der ganz ohne schulische Hochschulreife auskommt: über die berufliche Qualifikation. In allen Bundesländern können Menschen mit bestimmten Fortbildungsabschlüssen oder mehrjähriger Berufserfahrung studieren, oft sogar an der Universität. Diese Regelung wird leicht übersehen, weil sie nicht "Abitur" heißt.
Grob lassen sich zwei Gruppen unterscheiden. Wer eine Aufstiegsfortbildung abgeschlossen hat - etwa Meister, Fachwirt, staatlich geprüfter Techniker oder Betriebswirt - gilt in der Regel als allgemein hochschulzugangsberechtigt und darf jedes Fach studieren. Wer "nur" eine Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufserfahrung im erlernten Beruf vorweist, erhält meist einen fachgebundenen Zugang, oft verbunden mit einem Beratungsgespräch oder einer Eignungsprüfung.
Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich von Land zu Land erheblich, etwa bei der geforderten Dauer der Berufstätigkeit oder bei der Frage, ob ein Probestudium nötig ist. Es lohnt sich, direkt bei der Wunschhochschule und dem zuständigen Wissenschaftsministerium nachzufragen. Mehr zu den Zugangswegen finden Sie unter Voraussetzungen.
Numerus clausus und Zulassung mit Fachhochschulreife
Auch mit Fachhochschulreife gilt: Ist ein Studiengang zulassungsbeschränkt, entscheidet die Note über den Platz. Der Numerus clausus bezieht sich dabei auf den Durchschnitt im Zeugnis über die Fachhochschulreife, nicht auf eine Abiturnote. In stark nachgefragten Fächern wie Soziale Arbeit, Psychologie oder Wirtschaft an beliebten Standorten kann der Schnitt knapp ausfallen. Wer die nötige Note nicht erreicht, muss nicht aufgeben: Wartesemester, ein Ortswechsel an eine weniger nachgefragte Hochschule oder ein zulassungsfreier verwandter Studiengang sind übliche Auswege. An vielen Fachhochschulen sind technische und ingenieurnahe Fächer ohnehin zulassungsfrei, hier zählt allein die formale Berechtigung.
Duales Studium mit Fachhochschulreife
Die Fachhochschulreife ist ein guter Ausgangspunkt für ein duales Studium, bei dem Sie Theorie an der Hochschule und Praxis im Betrieb verbinden. Sie bewerben sich dabei nicht nur an der Hochschule, sondern vor allem beim Unternehmen, das den praktischen Part trägt und meist eine Vergütung zahlt. Für viele beruflich Qualifizierte ist das attraktiv, weil der Lebensunterhalt während des Studiums gesichert ist und nach dem Abschluss oft eine Übernahme winkt. Beachten Sie, dass die Bewerbungsfristen der Betriebe deutlich früher liegen als die Einschreibefristen der Hochschulen, häufig schon ein Jahr im Voraus.
Probestudium und Eignungsprüfung
In einigen Bundesländern können beruflich Qualifizierte ohne formale Hochschulreife über ein Probestudium beginnen. Sie schreiben sich regulär ein und studieren für eine festgelegte Zeit, häufig zwei bis vier Semester. Bestehen Sie die vorgesehenen Prüfungen, gilt die Hochschulzugangsberechtigung als nachgewiesen und Sie studieren ganz normal weiter.
Alternativ verlangen manche Hochschulen eine Eignungs- oder Hochschulzugangsprüfung. Darin weisen Sie nach, dass Sie dem gewählten Studiengang gewachsen sind. Beide Wege sind eine echte Chance für Menschen, die im Beruf stehen und nicht erst Jahre in einen Schulabschluss investieren möchten. Sie verlangen aber Durchhaltevermögen, denn das Studium läuft sofort auf vollem Niveau.
Wenn doch das volle Abitur sinnvoller ist
Die Fachhochschulreife reicht für sehr viele Studienwünsche aus. Es gibt jedoch Situationen, in denen sich das volle Abitur lohnt: bei Fächern, die nur an Universitäten angeboten werden, etwa Medizin, Pharmazie, Jura oder Lehramt für bestimmte Schulformen, sowie bei dem Wunsch nach maximaler Freiheit in der Studienwahl.
Wer noch keinen Abschluss hat, sollte ehrlich kalkulieren. Das Fachabitur über den schulischen Teil ist in ein bis zwei Jahren machbar und damit deutlich schneller als das Abitur, das berufsbegleitend rund drei Jahre dauert. Die Versprechen mancher Anbieter, das volle Abitur "in einem Jahr" und ohne Vorkenntnisse zu schaffen, sind unrealistisch. Schneller geht es nur mit Vorleistungen oder über den Umweg der Fachhochschulreife. Ein nüchterner Blick auf Dauer und Ziel hilft bei der Entscheidung.
Fachabitur nachträglich zum Abitur ausbauen
Viele entscheiden sich erst nach dem Studienstart oder mitten im Berufsleben, dass sie doch an eine Universität wollen. Das ist kein Problem. Die bereits vorhandene Fachhochschulreife wird oft anerkannt und verkürzt den Weg zum allgemeinen Abitur. Über ein Abendgymnasium oder eine Fernschule lässt sich das Abitur berufsbegleitend ergänzen.
Besonders flexibel ist das Fernabitur. Sie lernen ortsunabhängig im eigenen Tempo, was sich gut mit Job und Familie verträgt. Ein Fernlehrgang zum Abitur dauert je nach Vorkenntnissen rund 30 bis 42 Monate und kostet insgesamt etwa 2.400 bis 4.800 Euro. Seriöse Anbieter sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen und bieten ein vierwöchiges Probestudium, mit dem Sie unverbindlich testen können. Die folgenden Fernschulen führen zur allgemeinen Hochschulreife.
Drei anerkannte Fernschulen im Überblick
Kostenloses Infomaterial direkt beim Anbieter anfordern - vergleichen lohnt sich, die Kurse unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Abitur & Fachhochschulreife
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Bundesweit anerkannt · seit 1948

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Abitur & Fachhochschulreife
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Klett-Gruppe · ZFU-zertifiziert

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU)
- Abitur & Fachhochschulreife
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Deutschlands größte Fernschule
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Was das Studieren kostet und wie Sie es finanzieren
Das Studium selbst ist an staatlichen Hochschulen weitgehend gebührenfrei, es fallen nur Semesterbeiträge an. Kosten entstehen vor allem dann, wenn Sie zuvor einen Abschluss über eine private Fernschule nachholen. Für den Weg zur Hochschulzugangsberechtigung stehen mehrere Förderungen bereit.
Wer einen schulischen Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholt, kann unter Umständen Schüler-BAföG beziehen, das in diesem Fall oft elternunabhängig gewährt wird. Für Aufstiegsfortbildungen wie den Meister greift das Aufstiegs-BAföG. Ist die Weiterbildung beruflich notwendig, kommt teils ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit infrage, und für die Studienphase gibt es Studierenden-BAföG oder den Bildungskredit. Ein vollwertiges, dauerhaft kostenloses Online-Abitur eines privaten Anbieters existiert nicht; kostenfrei sind allein die staatlichen Wege wie Abendgymnasium und Kolleg. Einen Überblick geben die Seiten zu Kosten und BAföG und Förderung.
So gehen Sie vor
Klären Sie zuerst, welches Studienfach Sie anstreben und ob es an einer Fachhochschule oder nur an der Universität angeboten wird. Davon hängt ab, ob die Fachhochschulreife genügt oder ob Sie das volle Abitur brauchen. Prüfen Sie anschließend, ob Sie über eine berufliche Qualifikation bereits einen Zugang haben, denn das spart oft viel Zeit.
Fragen Sie im Zweifel direkt bei der Studienberatung der Wunschhochschule nach. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Landesregeln und sagen Ihnen verbindlich, ob Ihre Unterlagen ausreichen. Wenn ein Abschluss fehlt, helfen die Übersichten zu den einzelnen Wegen weiter: Abitur nachholen, Fachabitur nachholen und Abitur ohne Realschulabschluss. Weitere Anlaufstellen finden Sie unter Tipps und Links.