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Fachabitur nachholen

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Wer "Fachabitur nachholen" sucht, meint fast immer die Fachhochschulreife - den Abschluss, mit dem man an einer Fachhochschule studieren kann. Der Begriff Fachabitur steht umgangssprachlich für mehrere Abschlüsse, die sich deutlich unterscheiden. Diese Seite ordnet die Begriffe, zeigt die Wege auf dem zweiten Bildungsweg und nennt realistische Zahlen zu Dauer und Kosten.

Lernen für das Abitur - Fachabitur nachholen

Was "Fachabitur" eigentlich bedeutet

Den Abschluss "Fachabitur" gibt es als offizielle Bezeichnung nicht. Im Alltag werden darunter zwei verschiedene Dinge zusammengeworfen: die Fachhochschulreife und die fachgebundene Hochschulreife. Hinzu kommt die Verwechslung mit dem allgemeinen Abitur, der allgemeinen Hochschulreife. Die drei Abschlüsse berechtigen zu unterschiedlichen Studien, und genau hier entstehen die meisten Missverständnisse.

Kurz gesagt: Die Fachhochschulreife ist der häufigste Fall und meist das, was Menschen suchen, wenn sie ihr "Fachabitur" nachholen wollen. Sie öffnet die Fachhochschulen. Wer dagegen an einer Universität in jedem Fach studieren möchte, braucht das volle Abitur. Welcher Abschluss zu Ihrem Ziel passt, sollten Sie vor der Wahl des Bildungswegs klären, weil sich Dauer und Aufwand stark unterscheiden.

Die drei Abschlüsse im Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die Unterschiede gegenüber. Sie ist der Kern dieser Seite, weil hier die häufigsten Fehlannahmen aufgelöst werden.

Abschluss Berechtigt zu Zweite Fremdsprache nötig? Typische Dauer (2. Bildungsweg)
Fachhochschulreife ("Fachabitur") Studium an Fachhochschulen, in den meisten Bundesländern alle Fachrichtungen Nein etwa 1 bis 2 Jahre
Fachgebundene Hochschulreife Studium an Fachhochschulen plus bestimmte Studiengänge an Universitäten, beschränkt auf eine Fachrichtung meist nein etwa 2 bis 3 Jahre
Allgemeine Hochschulreife (Abitur) jedes Studium an jeder Hochschule, ohne Fachbindung Ja, in der Regel verpflichtend etwa 3 Jahre

Der entscheidende Punkt steckt in der Spalte zur zweiten Fremdsprache. Für die Fachhochschulreife reicht in aller Regel eine Fremdsprache, das ist für viele Erwachsene der Grund, diesen Weg zu wählen. Das allgemeine Abitur verlangt dagegen meist eine zweite Fremdsprache über mehrere Jahre, was den Aufwand spürbar erhöht. Eine ausführliche Erklärung nur zur Fachhochschulreife finden Sie unter Fachhochschulreife nachholen.

Schulischer und praktischer Teil

Bei der Fachhochschulreife besteht ein wichtiger Sonderfall. Sie setzt sich aus einem schulischen und einem praktischen Teil zusammen. Den schulischen Teil bekommt man zum Beispiel mit dem Versetzungszeugnis von der zwölften in die dreizehnte Klasse eines Gymnasiums oder über eine Fachoberschule. Allein ist dieser schulische Teil aber noch keine volle Fachhochschulreife. Erst zusammen mit dem praktischen Teil - einem halbjährigen Praktikum, einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einschlägiger Berufstätigkeit - ergibt sich die volle Berechtigung zum Studium. Viele übersehen das und wundern sich, dass ihr Zeugnis allein nicht zur Einschreibung reicht.

Wege, das Fachabitur nachzuholen

Es gibt mehrere Routen zur Fachhochschulreife, und die richtige hängt von Ihrem Alltag, Ihrer Vorbildung und Ihrem Zeitbudget ab. Manche Wege laufen in Vollzeit an einer Schule, andere lassen sich neben dem Beruf erledigen.

Fachoberschule (FOS)

Die Fachoberschule ist der klassische Weg zur Fachhochschulreife. Sie baut auf dem mittleren Schulabschluss auf und dauert meist ein bis zwei Jahre. Die FOS ist nach Fachrichtungen gegliedert, etwa Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit und Soziales oder Gestaltung. In der elften Klasse gehört oft ein gelenktes Praktikum dazu, in der zwölften liegt der Schwerpunkt auf dem Unterricht. Wer bereits eine Berufsausbildung hat, kann häufig direkt in die zwölfte Klasse einsteigen.

Berufsoberschule (BOS)

Die Berufsoberschule richtet sich an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Sie führt zur Fachhochschulreife und, mit zweiter Fremdsprache, auch zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife. Die BOS ist damit interessant, wenn man sich erst für die Fachhochschulreife entscheidet und später doch noch in Richtung Universität weitergehen möchte.

Telekolleg

Das Telekolleg ist eine Besonderheit vor allem in Bayern und einigen weiteren Ländern. Es verbindet Fernsehlektionen, Begleitmaterial und Präsenztage an Wochenenden. Auf diesem Weg lässt sich die Fachhochschulreife berufsbegleitend erreichen. Das Modell ist eingespielt und vergleichsweise günstig, allerdings regional beschränkt und in den angebotenen Fachrichtungen nicht so breit wie eine FOS.

Fernschule

Ortsunabhängig geht es über eine Fernschule. Hier lernen Sie zu Hause im eigenen Tempo, bekommen Studienhefte und Online-Material und werden auf die Prüfung vorbereitet. Das passt für Berufstätige, Eltern oder Menschen ohne passende Schule in der Nähe. Anbieter sind in Deutschland von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen, und seriöse Kurse bieten ein vierwöchiges Probestudium an, in dem man ohne Risiko prüfen kann, ob die Methode zu einem passt. Mehr zum Konzept steht unter Fernabitur.

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Externenprüfung

Wer sich den Stoff selbst oder mit einer Fernschule erarbeitet hat, kann die Fachhochschulreife auch über eine Nichtschüler- oder Externenprüfung ablegen, also ohne regulären Schulbesuch. Die Anmeldung läuft über die Schulbehörde des jeweiligen Landes, meist mit Vorlauf von rund einem halben Jahr. Dieser Weg verlangt viel Selbstdisziplin, spart aber den festen Schulrahmen.

Voraussetzungen

Die genauen Bedingungen legt jedes Bundesland selbst fest, deshalb lohnt der Blick in die Regelung Ihres Landes. In groben Zügen sieht es so aus: Für den Einstieg in eine FOS oder BOS wird in der Regel der mittlere Schulabschluss erwartet, je nach Schulform mit oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Ein Mindestalter spielt vor allem auf dem zweiten Bildungsweg eine Rolle.

Fernschulen sind hier oft flexibler. Viele nehmen Teilnehmende auch ohne mittleren Abschluss auf und führen dann zunächst zu diesem hin, bevor es weitergeht. Wer ganz ohne mittleren Abschluss startet, findet Hinweise unter Abitur ohne Realschulabschluss. Einen kompakten Überblick über die formalen Bedingungen gibt die Seite Voraussetzungen.

Dauer realistisch eingeschätzt

Für die reine Fachhochschulreife sind ein bis zwei Jahre üblich. Wer schon den schulischen Teil mitbringt und nur noch den praktischen Teil nachweisen muss, kann schneller fertig sein. Wer komplett bei null anfängt, sollte eher mit zwei Jahren rechnen. Versprechen wie "Fachabitur in wenigen Monaten" stimmen nur dann, wenn erhebliche Vorleistungen schon vorhanden sind.

Im Vergleich zum vollen Abitur, das auf dem zweiten Bildungsweg meist rund drei Jahre dauert, ist die Fachhochschulreife der deutlich schnellere Weg an die Hochschule. Das ist für viele der ausschlaggebende Grund. Eine genauere Aufschlüsselung nach Bildungsweg steht unter Dauer.

Kosten und Förderung

Die staatlichen Wege - FOS, BOS und in der Regel auch das Telekolleg - sind schulgeldfrei. Es fallen lediglich kleine Beträge für Material, Prüfungen oder Fahrten an. Fernschulen kosten dagegen Geld: Je nach Anbieter und Kursdauer liegen die Gesamtgebühren grob zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro. Eine genaue Aufstellung mit Beispielrechnungen finden Sie unter Kosten.

Niemand muss diese Kosten zwingend allein tragen. Beim zweiten Bildungsweg kommt häufig das Schüler-BAföG in Betracht, das hier oft elternunabhängig gewährt wird. Für berufsbegleitende Wege kann das Aufstiegs-BAföG passen, in manchen Fällen übernimmt die Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein die Gebühren, und auch ein Bildungskredit ist möglich. Welche Förderung greift, hängt vom Weg und der persönlichen Situation ab - die Optionen sind unter BAföG und Förderung beschrieben. Ein vollwertiges, kostenloses Online-Fachabitur privater Anbieter gibt es übrigens nicht; kostenfrei sind allein die staatlichen Schulwege.

Was nach dem Fachabitur möglich ist

Mit der Fachhochschulreife steht Ihnen das Studium an Fachhochschulen offen, in den meisten Ländern in jeder Fachrichtung. Das reicht von Ingenieurwesen über Betriebswirtschaft und Soziale Arbeit bis zu Informatik und Design. Auch duale Studiengänge, die Studium und Praxis im Betrieb verbinden, sind damit zugänglich. Welche Wege sich konkret eröffnen, zeigt die Seite Studieren mit Fachabitur.

Wer später doch an eine Universität möchte, hat zwei Möglichkeiten: das volle Abitur nachholen oder, in einigen Ländern, über ein erfolgreich abgeschlossenes FH-Studium den Zugang zur Universität erreichen. Die Fachhochschulreife ist also kein Endpunkt, sondern oft ein erster Schritt, der weitere Türen offen lässt.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

Wenn Sie tagsüber Zeit haben und zügig zum Ziel wollen, ist eine FOS oder BOS in Vollzeit meist die direkteste Lösung. Sind Sie berufstätig oder örtlich gebunden, bieten sich Telekolleg, Fernschule oder die Externenprüfung an. Wer noch unsicher ist, ob es die Fachhochschulreife oder doch das volle Abitur sein soll, sollte vom Studienziel her denken: Steht der gewünschte Studiengang nur an Universitäten zur Verfügung, führt am Abitur kein Weg vorbei.

Einen Überblick über alle Bildungswege und ihre Eignung gibt die Seite Zweiter Bildungsweg. Wenn Sie schon wissen, dass die Fachhochschulreife Ihr Ziel ist, vertieft Fachhochschulreife nachholen die Details. Weitere Anlaufstellen, Beratungsangebote und nützliche Adressen sammelt die Seite Tipps und Links.