Start Nichtschüler-Abiturprüfung (Externenprüfung)

Nichtschüler-Abiturprüfung (Externenprüfung)

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Bei der Nichtschüler-Abiturprüfung legen Sie das Abitur ab, ohne je eine Schule des zweiten Bildungswegs besucht zu haben. Sie melden sich direkt bei der Schulbehörde Ihres Bundeslandes an und treten zur staatlichen Prüfung an. Der Abschluss ist identisch mit dem normalen Abitur - nur der Weg dorthin ist ein anderer.

Lernen für das Abitur - Nichtschüler-Abiturprüfung (Externenprüfung)

Was die Externenprüfung von anderen Wegen unterscheidet

Die Begriffe Nichtschüler-Abiturprüfung und Externenprüfung meinen dieselbe Sache: eine Abiturprüfung für Menschen, die nicht an einer Schule eingeschrieben waren. In manchen Ländern heißt sie auch Nichtschülerabitur oder Schulfremdenprüfung. Das Zeugnis, das Sie am Ende erhalten, weist die allgemeine Hochschulreife aus - ohne Vermerk, dass Sie als externer Prüfling angetreten sind.

Der entscheidende Punkt: Hier wird nur geprüft, nicht unterrichtet. Eine Schule begleitet Sie nicht durch den Stoff, es gibt keinen Stundenplan und keine Klassengemeinschaft. Sie organisieren das Lernen vollständig selbst oder über eine Fernschule. Das macht den Weg flexibel und unabhängig vom Wohnort - aber auch anspruchsvoll, weil niemand kontrolliert, ob Sie im Plan sind. Wer lieber feste Strukturen hat, fährt mit einem Abendgymnasium oder einem Kolleg oft besser.

Für wen sich dieser Weg eignet

Die Externenprüfung passt zu Menschen, die diszipliniert allein lernen können und einen Grund haben, keine Schule zu besuchen - etwa Berufstätige mit unregelmäßigen Schichten, Eltern in der Familienphase, Auswanderer oder Profisportler. Auch wer schon viel Vorwissen mitbringt, weil er Teile der Oberstufe einmal besucht hat, spart sich hier den erneuten Schulbesuch.

Ehrlich gesagt ist der Weg nicht für jeden gemacht. Ohne Vorkenntnisse das komplette Oberstufenwissen in vier bis fünf Prüfungsfächern allein aufzubauen, ist ein großes Stück Arbeit. Wer Selbstdisziplin als Schwäche kennt oder gern Fragen direkt stellt, sollte einen der schulischen Wege oder zumindest eine begleitende Fernschule wählen. Eine ehrliche Einschätzung der eigenen Lernweise ist hier mehr wert als jeder Zeitplan.

Voraussetzungen - und warum sie je Land schwanken

Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es nicht. Jedes Land legt in seiner Prüfungsordnung eigene Bedingungen fest, und die unterscheiden sich teils deutlich. Trotzdem tauchen einige Punkte fast überall auf.

VoraussetzungTypische Ausgestaltung
Mindestalteroft 18 oder 19 Jahre zum Prüfungstermin
Wohnsitz / Bezug zum Landmeist Wohnsitz oder Arbeitsplatz im Prüfungsland nötig
Vorbildunghäufig mittlerer Abschluss plus Berufsausbildung oder mehrjährige Berufstätigkeit
Zweite Fremdsprachefür die allgemeine Hochschulreife in der Regel Pflicht (Nachweis über mehrere Lernjahre)
Kein laufender SchulbesuchSie dürfen nicht gleichzeitig an einer öffentlichen Schule eingeschrieben sein

Besonders die zweite Fremdsprache wird unterschätzt. Für das vollwertige Abitur müssen Sie sie über mehrere Jahre belegt oder anderweitig auf entsprechendem Niveau nachgewiesen haben. Wer das nicht stemmen will, kann über die Fachhochschulreife nachdenken, die ohne zweite Fremdsprache auskommt und ein FH-Studium öffnet. Eine vollständige Liste der landesspezifischen Bedingungen finden Sie unter Voraussetzungen.

Anmeldung bei der Schulbehörde

Die Prüfung organisiert nicht eine Schule, sondern die zuständige Schulbehörde - je nach Land das Schulministerium, die Bezirksregierung, das Landesschulamt oder eine vergleichbare Stelle. Sie meldet Sie an, prüft Ihre Unterlagen und weist Ihnen meist eine Schule als Prüfungsort zu.

Planen Sie die Anmeldung früh: In den meisten Ländern liegt die Frist rund ein halbes Jahr vor dem Prüfungstermin, teils auch fast ein Jahr vorher. Verpassen Sie sie, rückt der nächste mögliche Termin oft ein ganzes Jahr nach hinten. Zur Anmeldung gehören in der Regel:

Welche Behörde in Ihrem Bundesland konkret zuständig ist und welche Formulare gelten, steht auf den Landesseiten. Den Einstieg dorthin finden Sie über das Städte- und Länderverzeichnis. Zu den meisten Wegen passen außerdem die Tipps und Links mit Behördenadressen.

Ablauf und Prüfungsfächer

Geprüft wird in mehreren Fächern, schriftlich und mündlich, nach den Vorgaben des Landes. Üblich sind vier bis fünf Prüfungsfächer, darunter fast immer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache sowie ein bis zwei weitere Fächer aus dem gesellschafts- oder naturwissenschaftlichen Bereich. Die genaue Zahl, die Gewichtung und welche Fächer kombinierbar sind, regelt die Prüfungsordnung Ihres Landes.

Schriftliche Prüfungen

Den Kern bilden mehrstündige schriftliche Klausuren in den Leistungs- und Grundkursfächern. Sie schreiben dieselben oder vergleichbare Aufgaben wie reguläre Abiturienten - das Niveau ist nicht abgesenkt. Als externer Prüfling werden bei Ihnen oft mehr Fächer schriftlich abgeprüft als bei Schülern, weil die laufenden Kursnoten aus der Oberstufe fehlen, die normalerweise in die Gesamtnote einfließen.

Mündliche Prüfungen

Dazu kommen mündliche Prüfungen, meist in den Fächern, die nicht schriftlich abgedeckt sind. Hier zählt nicht nur Wissen, sondern auch, dass Sie zusammenhängend argumentieren und auf Nachfragen reagieren können. Genau das fällt vielen Selbstlernern schwer, die nie in einer Gruppe geübt haben - ein Punkt, den man bei der Vorbereitung ernst nehmen sollte.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Realistisch sollten Sie ohne nennenswerte Vorkenntnisse mit zwei bis drei Jahren neben Beruf oder Familie rechnen. Über eine Fernschule liegt die Regelstudienzeit für das Fernabitur meist bei 30 bis 42 Monaten, je nach Wochenpensum. Wer Teile der Oberstufe schon hinter sich hat oder Vollzeit lernt, kann schneller sein.

Vorsicht bei Versprechen wie Abitur in einem Jahr. Für das volle Abitur ohne Vorleistungen ist das unrealistisch. Schneller geht es nur mit echten Vorkenntnissen oder über die Fachhochschulreife, die sich oft in ein bis zwei Jahren erreichen lässt. Mehr dazu auf der Seite Dauer.

Risiken der reinen Selbstvorbereitung

Der Weg ist kostengünstig, wenn Sie alles allein machen - aber er hat Stolperfallen, die man kennen sollte:

Das heißt nicht, dass reine Selbstvorbereitung nicht funktioniert. Disziplinierte Lerner mit gutem Grundwissen schaffen es. Aber man sollte die Risiken nüchtern einkalkulieren, statt sie zu übersehen.

Warum viele über eine Fernschule vorbereiten

Genau wegen dieser Risiken wählen viele Teilnehmer den Mittelweg: die Externenprüfung als Abschluss, die Vorbereitung aber mit einer Fernschule. Sie bekommen strukturiertes Lehrmaterial, das auf die Prüfungsanforderungen abgestimmt ist, Korrekturen Ihrer Einsendeaufgaben und einen Ansprechpartner bei Fragen. Manche Anbieter helfen auch bei der Anmeldung und der Wahl der Prüfungsfächer.

Diese Fernlehrgänge sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen, was eine geprüfte Mindestqualität bedeutet. In der Regel können Sie vier Wochen kostenlos testen und während des Probemonats jederzeit aussteigen. Die Kosten liegen meist zwischen rund 2.400 und 4.800 Euro für den gesamten Lehrgang - planbar in Monatsraten. Was genau enthalten ist, lesen Sie unter Kosten und im Detail unter Fernabitur.

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Was kostet die Prüfung selbst?

Die staatliche Externenprüfung ist in den meisten Ländern gebührenfrei oder kostet nur eine geringe Verwaltungsgebühr. Die eigentlichen Ausgaben entstehen durch die Vorbereitung - bei der Fernschule durch das Lehrgangsentgelt, bei Selbstlernern durch Fachbücher und Übungsmaterial. Ein vollwertiges kostenloses Online-Abitur privater Anbieter gibt es nicht; kostenfrei sind nur die staatlichen Wege wie Abendgymnasium und Kolleg.

Für die Finanzierung gibt es mehrere Möglichkeiten: Schüler-BAföG, das auf dem zweiten Bildungsweg häufig elternunabhängig gezahlt wird, der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, der Bildungskredit oder das Aufstiegs-BAföG. Welche Förderung zu Ihrer Situation passt, zeigt die Seite BAföG und Förderung.

Alternativen im Überblick

Bevor Sie sich festlegen, lohnt der Blick auf die anderen Wege des zweiten Bildungswegs. Die Externenprüfung ist nur einer von mehreren.

WegFormBetreuungKosten
Externenprüfungnur Prüfung, Vorbereitung selbstkeine (außer über Fernschule)gering bis Lehrgangskosten
Fernabiturortsunabhängig, FernschuleMaterial und Tutorca. 2.400-4.800 €
Abendgymnasiumberufsbegleitend, abendsvolle Begleitungmeist schulgeldfrei
KollegVollzeit, tagsübervolle Begleitungmeist schulgeldfrei

Wer keinen mittleren Abschluss hat, findet unter Abitur ohne Realschulabschluss die passenden Wege - Fernschulen nehmen hier oft auch ohne mittleren Abschluss auf. Einen kompakten Vergleich aller Optionen bietet die Übersicht Abitur nachholen.

Kurz zusammengefasst

Die Nichtschüler-Abiturprüfung führt zum gleichen Abitur wie der Schulbesuch, verlangt aber, dass Sie das Lernen selbst in die Hand nehmen. Melden Sie sich rechtzeitig - rund ein halbes Jahr vorher - bei der Schulbehörde Ihres Landes an, klären Sie früh die zweite Fremdsprache und prüfen Sie ehrlich, ob Sie allein lernen können. Wenn Struktur und Sicherheit wichtig sind, ist die Vorbereitung über eine Fernschule der naheliegende Weg. Brauchen Sie das volle Abitur nicht, kann die Fachhochschulreife die schnellere Lösung sein.