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Ausbildung mit Abitur: Berufsausbildung mit Abitur (BmA)

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Eine Ausbildung machen und trotzdem die Hochschulreife in der Tasche haben - das verbinden doppelqualifizierende Bildungsgänge unter dem Stichwort "Berufsausbildung mit Abitur" (BmA). Wer beides parallel anstrebt, spart Zeit gegenüber dem nacheinander absolvierten Weg, muss aber mit hoher Belastung und einem begrenzten regionalen Angebot rechnen. Diese Seite erklärt, wie solche Modelle funktionieren, für wen sie passen und welche ortsunabhängige Alternative es gibt.

Lernen für das Abitur - Ausbildung mit Abitur: Berufsausbildung mit Abitur (BmA)

Was bedeutet Berufsausbildung mit Abitur (BmA)?

Bei der Berufsausbildung mit Abitur erwerben Sie innerhalb eines zusammenhängenden Bildungsgangs sowohl einen anerkannten Berufsabschluss als auch eine Hochschulzugangsberechtigung. Der Begriff stammt ursprünglich aus den ostdeutschen Bundesländern, wo dieses Modell eine lange Tradition hat und teils als eigenständiger Bildungsgang an Beruflichen Schulzentren angeboten wird. Daneben gibt es bundesweit verwandte Formen, etwa das Berufliche Gymnasium mit beruflichem Schwerpunkt oder Verbundausbildungen mit Zusatzunterricht.

Wichtig ist die Unterscheidung beim Ziel: Manche Gänge führen zur allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife (Abitur), andere zur Fachhochschulreife. Mit dem allgemeinen Abitur stehen Ihnen alle Universitäten und Studiengänge offen, mit der Fachhochschulreife studieren Sie an Fachhochschulen.

Wie ist ein doppelqualifizierender Bildungsgang aufgebaut?

Typischerweise dauert ein solcher Gang dreieinhalb bis vier Jahre. Sie durchlaufen die reguläre betriebliche oder vollzeitschulische Ausbildung und besuchen zusätzlich allgemeinbildenden Unterricht, der auf die Abiturprüfung vorbereitet. Praxis und Theorie wechseln sich ab, oft in Blockphasen oder über zusätzliche Schultage pro Woche.

Am Ende stehen zwei getrennte Prüfungen: die Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer (IHK oder Handwerkskammer) und die Abiturprüfung beziehungsweise die Prüfung zur Fachhochschulreife. Beide Abschlüsse sind vollwertig. Das unterscheidet die BmA deutlich von einer normalen Ausbildung, nach der Sie die Hochschulreife erst noch separat über Kolleg oder Abendgymnasium nachholen müssten.

Für wen ist die Kombination sinnvoll?

Das Modell richtet sich an leistungsbereite Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der mittleren Reife noch nicht entschieden haben, ob sie studieren oder zunächst im Beruf bleiben wollen. Sie halten sich beide Türen offen: Mit dem Berufsabschluss können Sie direkt arbeiten, mit der Hochschulreife jederzeit ein Studium anschließen.

Realistisch sollten Sie aber wissen, dass die Doppelbelastung erheblich ist. Wer in der Schule eher Mühe hatte oder neben dem Lernen viel Zeit für Familie und Nebenjob braucht, fährt mit dem getrennten Weg oft entspannter. Auch der spätere Einstieg lohnt sich: Viele holen die Hochschulreife erst Jahre nach der Ausbildung nach, wenn das Ziel klarer ist. Welche Voraussetzungen dafür gelten und wie lange die einzelnen Wege dauern, hängt vom gewählten Bildungsgang ab.

Regionale Verfügbarkeit: nicht überall gleich

Ein ehrlicher Punkt: Reine BmA-Bildungsgänge sind nicht flächendeckend verfügbar. In Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt finden Sie sie an einzelnen Berufsschulzentren noch vergleichsweise oft, in anderen Bundesländern sind sie selten oder existieren nur in Form des Beruflichen Gymnasiums mit angegliederter Ausbildung. Die Angebote ändern sich zudem von Jahr zu Jahr.

Prüfen Sie daher konkret für Ihre Region, welche Schulen einen doppelqualifizierenden Gang anbieten, und erkundigen Sie sich frühzeitig nach Aufnahmevoraussetzungen und Bewerbungsfristen. Wenn vor Ort nichts Passendes existiert, ist das kein Ausschlusskriterium - es gibt ortsunabhängige Wege.

Wege im Vergleich

WegAbschlussOrtBesonderheit
Berufsausbildung mit Abitur (BmA)Berufsabschluss + HochschulreifePräsenz, regionalzwei Abschlüsse in einem Gang, hohe Belastung
Ausbildung, danach Abitur nachholennacheinanderPräsenz oder fernflexibler, dauert insgesamt länger
Fernabitur neben der AusbildungBerufsabschluss + FHR oder Abiturortsunabhängigfrei einteilbar, Eigenorganisation nötig

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Alternative: Hochschulreife per Fernschule neben der Ausbildung

Wenn an Ihrem Wohnort kein BmA-Gang existiert oder Sie bereits mitten in einer Ausbildung stecken, können Sie die Hochschulreife parallel über eine Fernschule erwerben. Sie lernen orts- und zeitunabhängig mit Studienheften und Online-Material und teilen sich den Stoff selbst ein - das passt sich an Schichtdienst oder wechselnde Ausbildungszeiten an.

Ehrlich bleiben sollte man bei zwei Dingen. Erstens führt das Fernabitur in der Regel zur allgemeinen Fachhochschulreife beziehungsweise je nach Anbieter zum allgemeinen Abitur - es ist nicht an eine Fachrichtung gebunden wie eine FOS oder BOS, deren fachpraktischer Teil und Schwerpunktfächer von der gewählten Richtung geprägt werden. Zweitens verlangt der Fernweg viel Selbstdisziplin, weil die feste Tagesstruktur einer Schule fehlt.

Die Kosten einer Fernschule liegen je nach Programm und Dauer etwa zwischen 2.400 und 4.800 Euro, während staatliche Schulen wie FOS, BOS oder Abendgymnasium schulgeldfrei sind. Reisekosten und Lernmaterial können dennoch anfallen. Mehr dazu auf der Seite Kosten.

Förderung: Was Ihnen zusteht

Eine zusätzliche schulische Qualifikation muss nicht an den Finanzen scheitern. Für vollzeitschulische Bildungsgänge kommt unter Umständen Schüler-BAföG infrage, das anders als das Studenten-BAföG nicht zurückgezahlt werden muss. Wer über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter betreut wird, kann je nach Situation einen Bildungsgutschein erhalten. Die genauen Bedingungen und weitere Möglichkeiten finden Sie unter BAföG und Förderung.

Ob klassische Berufsausbildung mit Abitur im Klassenzimmer oder die Hochschulreife im eigenen Tempo neben dem Job - entscheidend ist, dass der Weg zu Ihrer Lebenssituation passt. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Dauer, Kosten und Voraussetzungen, bevor Sie sich festlegen.