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Fachhochschulreife Sozialwesen

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Die Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Sozialwesen richtet sich an alle, die später mit Menschen arbeiten möchten - in der Sozialen Arbeit, der Erziehung oder der Pflegeplanung. Sie ist eine von mehreren Fachrichtungen, in denen sich das Fachabitur nachholen lässt, und verbindet allgemeinbildenden Unterricht mit fachpraktischen Einblicken in soziale Einrichtungen. Wer den Abschluss in der Tasche hat, kann an einer Fachhochschule studieren, häufig mit Blick auf Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik.

Lernen für das Abitur - Fachhochschulreife Sozialwesen

Was die Fachrichtung Sozialwesen ausmacht

An der Fachoberschule (FOS) und der Berufsoberschule (BOS) wählen Sie zu Beginn eine Fachrichtung. Sozialwesen gehört dabei zum großen Bereich Gesundheit und Soziales, wird in vielen Bundesländern aber als eigenständiger sozialpädagogischer Schwerpunkt geführt. Prägend ist die Verbindung aus Theorie und Praxis: Neben den allgemeinen Fächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch und einer Naturwissenschaft kommen profilbildende Inhalte hinzu, die auf die Arbeit mit Menschen vorbereiten.

Typische Schwerpunktfächer sind Pädagogik und Psychologie, oft ergänzt durch Sozialkunde, Rechtskunde oder Biologie. In Pädagogik und Psychologie geht es etwa um Entwicklungsphasen vom Kleinkind bis ins Alter, um Lernen, Wahrnehmung und Kommunikation sowie um Konzepte der Erziehung. Diese Fächer geben dem Abschluss seinen fachlichen Charakter - der Titel bleibt aber die Fachhochschulreife, ergänzt um den Hinweis auf den fachlichen Schwerpunkt.

Das Praktikum in sozialen Einrichtungen

Kennzeichnend für die FOS in Vollzeit ist der fachpraktische Teil. In der Regel verbringen Sie in der Jahrgangsstufe 11 mehrere Tage pro Woche oder einen längeren Blockzeitraum in einer Einrichtung, die zur Fachrichtung passt. Beim Sozialwesen sind das beispielsweise Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Pflegeheime, Beratungsstellen oder offene Treffs der Jugendarbeit.

Das Praktikum ist mehr als ein Schnuppertag. Sie begleiten den Alltag der Fachkräfte, übernehmen unter Anleitung eigene Aufgaben und lernen, wie soziale Arbeit konkret funktioniert. Viele Schulen lassen die Erfahrungen in Berichten und im Unterricht reflektieren. Wer von Anfang an weiß, dass die Arbeit mit Menschen das eigene Feld ist, sammelt hier wertvolle Praxis - und merkt zugleich früh, ob der Bereich wirklich passt.

Sozialwesen oder Gesundheit - wo liegt der Unterschied?

Beide Schwerpunkte gehören zum Oberbereich Gesundheit und Soziales und werden gelegentlich verwechselt. Die Stoßrichtung ist aber verschieden. Das Sozialwesen blickt auf Erziehung, Begleitung, Beratung und das soziale Miteinander; Pädagogik und Psychologie stehen im Zentrum. Der Schwerpunkt Gesundheit ist stärker naturwissenschaftlich-medizinisch ausgerichtet, mit mehr Biologie, Anatomie, Gesundheitslehre und pflegerischen Inhalten.

Für die Praktika heißt das: Im Sozialwesen sind Sie eher in Kitas, der Jugendhilfe oder der Behindertenhilfe, im Gesundheitsbereich häufiger in Kliniken, Praxen oder therapeutischen Einrichtungen. Wer später Soziale Arbeit studieren will, ist mit dem Sozialwesen meist treffsicherer aufgestellt; wer Richtung Pflege-, Therapie- oder Gesundheitswissenschaften denkt, findet im Gesundheitsschwerpunkt die passenderen Inhalte.

MerkmalSchwerpunkt SozialwesenSchwerpunkt Gesundheit
ProfilfächerPädagogik, Psychologie, SozialkundeBiologie, Gesundheitslehre, Pflege
PraktikumsorteKita, Jugendhilfe, BehindertenhilfeKlinik, Praxis, Therapieeinrichtung
Naheliegende StudienfelderSoziale Arbeit, SozialpädagogikPflege-, Gesundheits-, Therapiewissenschaften
AbschlussFachhochschulreifeFachhochschulreife

Voraussetzungen und Zugang

Für den Einstieg in die FOS brauchen Sie in der Regel den mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) mit einem ausreichenden Notenschnitt; die genauen Werte legen die Bundesländer fest. Die Vollzeitform dauert je nach Vorbildung ein bis zwei Jahre. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringt - etwa als Sozialassistentin, Erzieher oder Pflegekraft - kann häufig direkt in die Jahrgangsstufe 12 einsteigen und spart den fachpraktischen Teil. Einen genaueren Überblick über die formalen Hürden gibt die Seite zu den Voraussetzungen.

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Ortsunabhängige Alternative: das Fernabitur

Nicht jeder kann oder möchte täglich eine FOS besuchen. Wer berufstätig ist, Kinder betreut oder keine passende Schule in der Nähe hat, kann die Fachhochschulreife auch über eine Fernschule erreichen. Das Fernabitur läuft zeitlich flexibel von zu Hause aus und endet mit einer Prüfung. Wichtig und ehrlich gesagt: Eine Fernschule führt in der Regel zur allgemeinen Fachhochschulreife - sie ist also nicht an die Fachrichtung Sozialwesen gebunden. Den fachlichen Schwerpunkt, das praxisnahe Profil und die Praktika in sozialen Einrichtungen bietet vor allem die schulische FOS.

Für ein späteres FH-Studium ist die allgemeine Fachhochschulreife dennoch breit nutzbar, auch für Soziale Arbeit. Die Entscheidung hängt davon ab, wie viel fachliche Vorbereitung und Praxisnähe Sie sich wünschen und wie flexibel Ihr Alltag sein muss.

Kosten und Förderung

Eine staatliche FOS oder BOS ist schulgeldfrei; es fallen lediglich kleine Beträge für Material oder Fahrten an. Eine Fernschule kostet je nach Anbieter und Laufzeit etwa 2.400 bis 4.800 Euro. Welche Posten konkret auf Sie zukommen, fasst die Seite Kosten zusammen.

Für die Finanzierung gibt es mehrere Wege. Wer in Vollzeit zur FOS geht und die Bedingungen erfüllt, kann Schüler-BAföG beantragen. Bei einem beruflich orientierten Wechsel kommt unter Umständen ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit in Frage. Details und Antragswege beschreibt die Seite BAföG und Förderung.

Studieren mit der Fachhochschulreife Sozialwesen

Mit der Fachhochschulreife steht Ihnen das Studium an Fachhochschulen offen. Naheliegend sind nach dem Sozialwesen die Studiengänge Soziale Arbeit und Sozialpädagogik, die häufig zusammengefasst angeboten werden und in vielen Fällen auf die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiterin oder Sozialarbeiter hinführen. Auch Kindheitspädagogik, Heilpädagogik, Pflegemanagement oder Erziehungswissenschaften sind mögliche Richtungen.

Beachten Sie den Unterschied zum allgemeinen Abitur: Die Fachhochschulreife berechtigt zum FH-Studium, das allgemeine Abitur zusätzlich zum Universitätsstudium. Wer später doch an eine Universität möchte, kann das Abitur nachholen, etwa am Kolleg oder Abendgymnasium. Welche Wege das Fachabitur konkret eröffnet, zeigt die Seite Studieren mit Fachabitur. Passende Schulen in Ihrer Region finden Sie über unsere Städteübersicht.