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Fachhochschulreife Gesundheit & Soziales

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Wer im sozialen oder pflegerischen Bereich arbeitet oder dort hinmöchte, findet in der Fachhochschulreife mit Fachrichtung Gesundheit und Soziales einen klaren Weg an die Hochschule. Dieser Abschluss verbindet Allgemeinbildung mit fachlichem Schwerpunkt und öffnet die Tür zu Studiengängen wie Pflege, Sozialer Arbeit oder Gesundheitsmanagement. Auf dieser Seite lesen Sie, was die Fachrichtung ausmacht, wie der fachpraktische Teil abläuft und welche ortsunabhängige Alternative es gibt.

Lernen für das Abitur - Fachhochschulreife Gesundheit & Soziales

Was bedeutet Fachhochschulreife in der Fachrichtung Gesundheit und Soziales?

Die Fachhochschulreife (FHR), umgangssprachlich oft Fachabitur genannt, berechtigt zu einem Studium an Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften. An der Fachoberschule (FOS) und der Berufsoberschule (BOS) wird dieser Abschluss innerhalb einer festen Fachrichtung erworben. Gesundheit und Soziales ist eine davon, neben Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Gestaltung oder Ernährung und Hauswirtschaft.

Wichtig zu wissen: Die Fachrichtung prägt den fachpraktischen Teil und die Schwerpunktfächer, der Abschluss selbst bleibt aber die Fachhochschulreife. Sie ist also fürs FH-Studium breit nutzbar und nicht auf einen einzigen Studiengang beschränkt. Der fachliche Schwerpunkt zeigt sich vor allem in den Inhalten und im Praktikum, nicht in einer formalen Einschränkung der Studienwahl. Was die FHR genau ist und wie sie sich vom allgemeinen Abitur unterscheidet, erklären wir unter Fachhochschulreife nachholen.

Was lernt man in dieser Fachrichtung?

Neben den allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch und einer weiteren Fremdsprache stehen fachrichtungsbezogene Fächer im Mittelpunkt. Dazu gehören je nach Bundesland und Schule Inhalte aus Pädagogik, Psychologie, Gesundheitswissenschaften, Biologie sowie rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen sozialer Arbeit. Der Unterricht greift Themen auf, die in Pflege, Erziehung und Gesundheitsversorgung tatsächlich vorkommen, etwa Entwicklungspsychologie, Hygiene oder die Organisation sozialer Einrichtungen.

Dieser Zuschnitt sorgt dafür, dass der spätere Übergang in ein einschlägiges Studium fließend ist. Wer sich für Menschen, Betreuung und Gesundheit interessiert, findet hier einen roten Faden, der von der Schule bis in den Beruf reicht.

Der fachpraktische Teil: Praktikum in Pflege und Sozialeinrichtungen

Charakteristisch für die FOS ist der fachpraktische Teil, der besonders in der einjährigen Vorstufe oder im ersten Jahr der zweijährigen Form eine große Rolle spielt. In der Fachrichtung Gesundheit und Soziales absolvieren Sie ein gelenktes Praktikum in passenden Einrichtungen, zum Beispiel in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Wohngruppen oder bei sozialen Diensten.

Das Praktikum umfasst je nach Bundesland mehrere Hundert Stunden und wird durch den Unterricht begleitet und reflektiert. Sie lernen den Alltag der Einrichtungen kennen, übernehmen erste Aufgaben unter Anleitung und sammeln Erfahrungen, die für ein späteres Studium und den Beruf wertvoll sind. Für viele ist genau dieser Praxisanteil der Grund, sich für die FOS statt für einen rein schulischen Weg zu entscheiden.

Zugang und Voraussetzungen

Für den Einstieg in die FOS brauchen Sie in der Regel den mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss oder gleichwertig). In die zweijährige Form (Klasse 11 und 12) gehen Sie ohne einschlägige Berufsausbildung, das Praktikum ist dann fester Bestandteil von Klasse 11. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem passenden Bereich mitbringt, kann häufig direkt in Klasse 12 einsteigen.

Die BOS richtet sich an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung und kann je nach Leistung sogar zur Fachgebundenen oder Allgemeinen Hochschulreife führen. Welche Wege im Detail offenstehen, hängt vom Bundesland ab. Einen Überblick über die allgemeinen Bedingungen geben wir unter Voraussetzungen.

Wohin führt die Fachhochschulreife Gesundheit und Soziales?

Mit der FHR können Sie an Fachhochschulen alle grundständigen Bachelorstudiengänge aufnehmen, die keine zusätzliche Zugangsbeschränkung haben. Besonders naheliegend sind Studiengänge, die zum fachlichen Schwerpunkt passen:

StudienbereichBeispielhafte Studiengänge
Soziale ArbeitSoziale Arbeit, Sozialpädagogik, Heilpädagogik
Pflege und GesundheitPflege, Pflegemanagement, Gesundheitsmanagement
Therapie und VersorgungPhysiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
PädagogikKindheitspädagogik, Erziehungswissenschaft

Da die FHR nicht auf einen Studiengang festlegt, steht Ihnen auch der Wechsel in andere Fachbereiche offen, etwa in Wirtschaft oder Verwaltung. Was beim Studieren mit diesem Abschluss zu beachten ist, lesen Sie unter Studieren mit Fachabitur. Wer später das allgemeine Abitur und damit den Zugang zu allen Universitäten anstrebt, kann den Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

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Ortsunabhängige Alternative: Fernschule

Nicht jeder kann oder möchte täglich eine FOS besuchen. Eine flexible Alternative ist das Nachholen der Fachhochschulreife über eine Fernschule. Sie lernen zeit- und ortsunabhängig, was sich gut mit Beruf, Familie oder Pflegeaufgaben vereinbaren lässt.

Ehrlich gesagt gibt es dabei einen Unterschied: Das Fernabitur beziehungsweise die Fern-FHR führt in der Regel zur allgemeinen Fachhochschulreife, also nicht fachrichtungsgebunden. Sie erwerben damit keinen fachpraktischen Schwerpunkt in Gesundheit und Soziales, sondern einen breit nutzbaren Abschluss fürs FH-Studium. Wer den klar sozial-gesundheitlichen Zuschnitt mit begleitetem Praktikum sucht, ist an der FOS richtig. Wer Flexibilität und einen allgemein gehaltenen Abschluss bevorzugt, fährt mit der Fernschule gut. Mehr dazu unter Fernabitur.

Kosten und Förderung

Die staatliche FOS und BOS sind schulgeldfrei. Es können Kosten für Lernmaterial, Fahrten oder das Praktikum anfallen, das Schulgeld selbst entfällt jedoch. Eine Fernschule kostet je nach Anbieter und Dauer ungefähr 2.400 bis 4.800 Euro über die gesamte Laufzeit.

Für beide Wege gibt es Unterstützung. Schüler-BAföG kommt für viele in Betracht, die eine schulische Ausbildung machen und nicht bei den Eltern wohnen oder bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In Einzelfällen kann ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit greifen, etwa bei beruflicher Weiterbildung. Welche Förderung für Ihre Situation passt, prüfen Sie am besten individuell. Einen Einstieg bieten unsere Seiten zu Kosten und BAföG und Förderung.

Weitere Wege zum Ziel

Die Fachrichtung Gesundheit und Soziales ist einer von mehreren Wegen, einen höheren Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg zu erreichen. Wer das allgemeine Abitur anstrebt, kann über das Kolleg oder das Abendgymnasium gehen. Welche Schulen und Angebote es in Ihrer Nähe gibt, finden Sie über unsere Übersicht der Städte. So lässt sich der Weg wählen, der zu Ihrer Lebenssituation und Ihrem Berufsziel passt.