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Fachhochschulreife Gestaltung

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Wer die Fachhochschulreife im Schwerpunkt Gestaltung nachholt, verbindet die übliche schulische Grundbildung mit gestalterischen Inhalten - von Kunst und Designgrundlagen bis zu praktischer Mappenarbeit. Am Ende steht die Fachhochschulreife, also der Abschluss, der zum Studium an einer Fachhochschule berechtigt. Diese Seite erklärt, was den gestalterischen Schwerpunkt ausmacht, wie der fachpraktische Teil aussieht und welche Studienwege danach offenstehen.

Lernen für das Abitur - Fachhochschulreife Gestaltung

Was der Schwerpunkt Gestaltung bedeutet

Die Fachoberschule (FOS) und die Berufsoberschule (BOS) gliedern sich in Fachrichtungen. Neben Technik, Wirtschaft & Verwaltung, Gesundheit & Soziales oder Ernährung & Hauswirtschaft gibt es die Fachrichtung Gestaltung. Sie prägt vor allem zwei Dinge: die fachpraktische Ausbildung und die gestalterischen Schwerpunktfächer. Die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache und Naturwissenschaften bleiben Teil des Stundenplans - der Schwerpunkt kommt obendrauf, er ersetzt sie nicht.

Wichtig zu verstehen: Der Abschluss heißt in jedem Fall Fachhochschulreife. Sie tragen lediglich einen fachlichen Schwerpunkt im Zeugnis. Für die spätere Studienwahl ist das selten eine echte Einschränkung, denn die Fachhochschulreife berechtigt grundsätzlich zum Studium aller Fächer an einer Fachhochschule, unabhängig vom Schwerpunkt der Schulzeit. Der gestalterische Weg ist also kein enges Korsett, sondern eine inhaltliche Färbung.

Gestalterische Inhalte im Unterricht

Im Profilbereich beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen der visuellen Gestaltung. Dazu gehören typischerweise Gestaltungslehre, Farb- und Formenlehre, Zeichnen, Kunstgeschichte sowie der Umgang mit digitalen Werkzeugen für Layout, Bildbearbeitung und Mediengestaltung. Je nach Schule und Bundesland kommen Bereiche wie Fotografie, dreidimensionales Gestalten oder Mediendesign hinzu.

Anders als an einem reinen Abendgymnasium, das auf das allgemeine Abitur zielt, steht hier die praktische gestalterische Arbeit im Vordergrund. Sie lernen nicht nur Theorie, sondern setzen Projekte selbst um - das ist gute Vorbereitung auf ein gestalterisches Studium, in dem eigenständiges Entwerfen den Alltag bestimmt.

Mappe und Praktikum im Design-Bereich

Der fachpraktische Teil ist das Herzstück der Fachrichtung Gestaltung. In der Vollzeitform der FOS absolvieren Sie meist im ersten Jahr ein gelenktes Praktikum, das mehrere Tage pro Woche umfasst. Im gestalterischen Schwerpunkt suchen Sie sich dafür einen passenden Betrieb: ein Grafik- oder Designbüro, eine Werbeagentur, eine Druckerei, ein Fotostudio oder einen Bereich für Mediengestaltung. Dort sammeln Sie reale Berufserfahrung und lernen, wie gestalterische Arbeit unter wirtschaftlichen Bedingungen funktioniert.

Parallel entsteht häufig eine Mappe - eine Sammlung eigener Arbeiten, die Ihr gestalterisches Können dokumentiert. Diese Mappe ist nicht nur Teil der schulischen Bewertung, sondern auch ein praktischer Vorteil für später: Viele Designstudiengänge an Fachhochschulen verlangen vor der Zulassung eine Eignungsprüfung oder eben eine Bewerbungsmappe. Wer den gestalterischen Schwerpunkt durchläuft, hat hier oft schon einen Grundstock und Routine im Aufbereiten eigener Projekte.

Voraussetzungen und Zugang

Für die FOS im Schwerpunkt Gestaltung brauchen Sie in der Regel den mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss). Künstlerisches Talent oder Vorerfahrung sind kein formales Muss, aber Interesse an Gestaltung und die Bereitschaft, viel praktisch zu arbeiten, sollten vorhanden sein. Manche Schulen führen ein Aufnahmegespräch oder bitten um erste Arbeitsproben - das variiert je nach Standort. Welche Wege es im Detail gibt, lesen Sie unter Voraussetzungen.

Wer bereits eine Berufsausbildung in einem gestalterischen Beruf abgeschlossen hat, kann unter Umständen direkt in das zweite Jahr (die Klasse 12 der FOS) einsteigen und die Fachhochschulreife in einem Jahr erreichen. Das verkürzt den Weg deutlich.

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Dauer, Kosten und Förderung

An einer staatlichen FOS oder BOS ist der Besuch schulgeldfrei. Die übliche Dauer in Vollzeit liegt bei ein bis zwei Jahren, je nachdem, ob Sie mit oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung starten. Eine Teilzeitform oder den Weg über die Kollegform bieten manche Schulen ebenfalls an.

Finanziell unterstützen kann das Schüler-BAföG, das anders als die Studienvariante nicht zurückgezahlt werden muss. Wenn Sie über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gehen, kommt unter bestimmten Umständen auch ein Bildungsgutschein infrage. Was möglich ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab - ein Überblick steht unter BAföG und Förderung.

Weg zur FHR GestaltungLernortSchwerpunkt fachpraktischKosten
FOS Fachrichtung GestaltungPräsenz, vor OrtPraktikum + Mappe im Design-Bereichschulgeldfrei (staatlich)
Fernschule (Fachhochschulreife)ortsunabhängig, onlinekein gestalterischer Schwerpunktca. 2.400-4.800 €

Studieren nach der FHR Gestaltung

Mit der Fachhochschulreife steht Ihnen das Studium an Fachhochschulen offen. Naheliegend sind gestalterische Studiengänge wie Kommunikationsdesign, Grafikdesign, Mediendesign, Mediengestaltung, Fotografie oder Industriedesign. Hier zahlt sich der Schwerpunkt doppelt aus: inhaltlich, weil Sie Grundlagen schon kennen, und praktisch, weil Sie eine Mappe vorweisen können. Bedenken Sie aber, dass viele dieser Studiengänge eine eigene Eignungsprüfung verlangen - die Fachhochschulreife allein reicht für die Zulassung nicht immer aus.

Sie sind durch den Schwerpunkt jedoch nicht auf Design festgelegt. Mit der FHR können Sie an einer FH ebenso BWL, Soziale Arbeit, Informatik oder Ingenieurwesen studieren. Mehr zu den konkreten Möglichkeiten lesen Sie unter Studieren mit Fachabitur.

Ortsunabhängige Alternative: das Fernabitur

Nicht überall gibt es eine FOS mit gestalterischem Schwerpunkt in erreichbarer Nähe. Wer ortsunabhängig lernen möchte, kann die Fachhochschulreife auch über eine Fernschule nachholen. Ehrlich gesagt: Dieser Weg führt in der Regel zur allgemeinen Fachhochschulreife - ohne gestalterische Fachrichtung und ohne das begleitete Design-Praktikum. Für ein späteres Designstudium müssten Sie die Mappe dann eigenständig aufbauen. Die Fernschule ist also flexibel, ersetzt aber nicht den praxisnahen gestalterischen Profilteil der FOS.

Wer das volle Spektrum für ein Universitätsstudium offenhalten will, sollte zusätzlich den Weg zum allgemeinen Abitur prüfen. Eine Übersicht über das Nachholen des fachgebundenen Wegs bietet außerdem die Seite Fachabitur nachholen. Welche Schule in Ihrer Nähe passt, finden Sie über die Städteübersicht.